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Rolands Garten-Blog 2020


  Akelei - mal Adlerkralle und mal Taube                                                                                                                                                           2020-05-26

 Aus der Natur in den Frühlingsgarten                                                                                                                                                                2020-04-19

Blausternchen: Zwerg mit Hang zu großer Geltung                                                                                                                                      2020-03-16

Irrungen und Wirrungen eines Hobbygärtners                                                                                                                                                2020-02-24

Staudenblattwerk im schneelosen Winter                                                                                                                                                        2020-01-12

Akelei - mal Adlerkralle und mal Taube

Sie war vor mir im Garten. Als wir vor Jahren in Herne eine Baulücke mit Haus und Garten  belegen konnten und Ende April das von der Landschaftsbaufirma hergerichtete Grobplanun bepflanzen wollten, zeigten sich bald massenhaft  Akeleipflanzen an der westlichen Nachbargrenze und zwar in den Farben weiß bis dunkelrosa.  Erstaunlicherweise hatten die damaligen Nachbarn kein einzige Akelei in ihrem Garten. Mich hats gefreut und noch heute dürften Akeleipflanzen zu den häufigsten Einzelpflanzen in meinem Garten zählen.Rosa Nachfahre meiner Akelei- Ureinwohner am unteren, leicht feuchten Teil des Steingartens mit Hollandiris (Iris x hollandica) und Sumpfgladiole  (Gladiolus palustris)Rosa Nachfahre meiner Akelei- Ureinwohner am unteren, leicht feuchten Teil des Steingartens mit Hollandiris (Iris x hollandica) und Sumpfgladiole (Gladiolus palustris)

Naturnahe Situaition:
Heimische Akelei (Aquilegia vulgaris) blau und weiß vor Sternmiere (sh. Aprilblog)Naturnahe Situaition: Heimische Akelei (Aquilegia vulgaris) blau und weiß vor Sternmiere (sh. Aprilblog)Schon immer war die  Akelei für mich etwas Besonderes und ich bin immer noch aufgeregt, wenn ich die (streng geschützte)  heimische Art Aquilegia vulgaris bei Wanderungen im Mittelgebirge am Wegrand erblicke. Allein der Name "A-ke-lei" hat  etwas Besonderes, scheint er doch für sich selbst zu stehen, drückt Raunendes, Romantisches, Erinnerung an ferne Zeiten aus.  Die in ganz West-, Mittel- und Südeuropa vorkommende Pflanze mit dem einmailigen Blütenaufbau und der  bei der wilden Pflanze  blauen Farbe, wurde daher auch schon - als früheste Quelle - von Hildegard von Bingen im 12. Jh. als agleya bzw. acoleia erwähnt.  Geht man dem Namen etymologisch nach, dann zeigt sich bei allen europäischen Bezeichnungen ein Bezug zu der die Phantasie anregenden Blüte. Auch wenn ungeklärt ist, ob sich die lateinische Bezeichnung aquilegia  aus dem althochdeutschen Begriff, wie ihn Hildegard benutzt, bzw. dem ähnlichen altfranzösichen  ancolie  entwickelt hat oder Wer will, kann die "Tauben" auf diesem Bidl gut erkennen Wer will, kann die "Tauben" auf diesem Bidl gut erkennen umgekehrt: In allen Fällen wird auf die gekrümmten Sporne Bezug genommen. Diese wären dann  die Adlerkrallen, den aquila  ist lateinisch der Adler.  Im englischen Wort columbine sowie  im Neufranzösichen und Portugiesischen wird dagegen auf eine Taube angespielt. Tatsächlich kann man, wenn man seitlich von oben auf die Blüte sieht,  in den Spornen und ihrer Verlängerung nach unten fünf einander zugewandte "Tauben" oder "Vögel"  sehen. (Dies ist die vereinfachte Zusammenfassung meiner Lesefrüchte  - Friedhelm Sauerhoff, Pflanzennamen im Vergleich, 2001, S. 74 )

Zurück zum Garten. Natürlich habe ich inzwischen auch blaue  Akeleien der Art  Aquilegia vulgaris und da sie sich munter kreuzen, alle Farbschattierungen zwischen weiß, rosa und blau, solche mit blauen äußeren und weißen inneren Blütenblättern und solche, bei denen Außen blau, innen weißAußen blau, innen weißdie äußeren kürzer sind als die inneren, so dass sie ein barockes Aussehen gewinnen. Erstaunlicherweise hat es funktioniert, im Vorgarten durch allmählich Selektion der Sämlinge auf der einen Seite nur blaue und auf der anderen Seite nur weiße Akeleien zu haben.

Neben A. vulgaris  habe ich zwei weitere Arten. Etwas Besonderes ist  A. viridiflora.  Sie wurde aus Samen vom Naturstandort in der Mongolei gezogen, die mein Sohn vor Jahren gesammelt hat quasi als Nachfahr der legendären Pflanzenjäger de 19. Jarhunderts, Banks, Douglas, Delavay, Fortune oder wie immer sie heißen mögen und denen wir einen Großteil der heutigen Gartenwelt verdanken.  Sie blüht früher als die anderen Akeleien und kreuzt sich auch nicht, sät sich bei mir allerdings auch sehr bescheiden aus, so dass ich immer Sorge habe, sie zu verlieren. Sie wächst sehr kompakt und unterscheidet sich von der heimischen Akelei nicht nur, wie der Name sagt, durch  ihre blassgelbe Farbe, sondern auch, weil ihr Sporn nicht Mit barockem RöckchenMit barockem Röckchenbzw. wenig gekrümmt ist. Seit letztem Jahr habe ich auch die Schwarzviolette Akelei (A. atranta), die eine dunkellila, fast schwarze Farbe hat und  in den Kalkalpen udn der schwäbsichen Alp vorkommt. Da sie sich mit A. vulgaris kreuzt, bin ich gespannt, wie es weitergeht. Beide Arten wollen eher durchlässigen Boden, so dass sie einen Platz im Steingarten haben.  Die heimische Akelei ist dagegen mit jedem Boden, mit Sonne und Schatten zufrieden und aher überall im Garten zu finden.

Vielfach im Handel angeboten werden gefüllte Sorten der Akelei, die ich definitv  nicht haben möchte.  Denn wozu die Füllung, wenn sich eine solche Blüte mit der Eleganz der natürlichen Blüte und  ihrer einmaligen geometrischen Form des regelmäßigen Fünfecks (was Mystiker zu tiefsinnigen Überlegungen angeregt hat)  nicht messen kann. Auch habe Aquilegia viridifloraAquilegia viridifloraich nicht die als Gartenakelei bezeichnete amerikanische A. coerulea. Coerulea bedeutet blau, aber die erhältlichen Züchtungen sind meist rot-gelb zweifarbig  und für mich wenig schön. Ich will dennch bei der nächsten Bestellung mal suchen, ob ich etwas finde, was mir gefällt.

Dass ich so viele Einzelpflanzen der Akelei habe, hat einen einfachen Grund: den faulen Gärtner. Akeleien der Art A. vulgaris säen sich stark aus und bilden dann dicke, starke Wurzelballen, so dass sie nur mit großem Spaten oder großer Gabel aus dem Boden genommen werden können. Manchmal haben sie sich Plätze gesucht, da passt es so gut, dass ich das Spiel der Natur nur neidlos bestaunen kann. Aber es gibt auch das Gegenteil und dann ist Schweiß angesagt.   Soll ich also meine ehemaligen Nachbarn ob ihres Fleißes bei der offenkundig stattgefundenen Ausmerzung der Akeleien bewundern oder doch besser bedauern?Aquligia atrantaAquligia atranta

Aus der Natur in den Frühlingsgarten


 Die Sternmieren ergießt ihre Blüten am GrabenhangDie Sternmieren ergießt ihre Blüten am GrabenhangDas ist nicht wörtlich gemeint. Denn viele Pflanzen in der Natur sind geschützt, entweder  weil die Pflanzenart selbst selten geworden ist  oder die Pflanze in einem Landschaftsschutz- oder Naturschutzgebiet wächst. Aber, ob man will oder nicht, manches siedelt sich auch von selbst an.

So ging es mir mit der Großen Sternmiere (Stellaria holostea). Eines Tages war sie da. Erst auf einem kleinen Stück oberhalb des naturnah gehaltenen Grabens, der häufiger mal mit Brunnenwasser gefüllt wird und in einer Grube endet, in der Feuchte liebende Pflanzen sich weitgehend nach Belieben tummeln können. Inzwischen hat die Sternmiere die Grabenseite gewechselt, dorthin, wo etwas mehr Sonne ist und bedeckt eine Fläche von einem Quadratmeter. Mir gefällt das. Plötzlich, wie über Nacht, war auch in diesem Große Sternmiere (Stellaria holstea) Große Sternmiere (Stellaria holstea) Jahr der weiße Sternenteppich  da. Auch die Einzelbüte der 15 cm hohen Nelkenverwandten kann sich sehen lassen mit ihren fünf bis zur Mitte gespaltenen Kronblättern (sh. auch Foto auf der Start-Seite). Die Blütezeit der Sternmiere ist relativ lang, weil die eigentlich kurzlebigen Einzelblüten ständig durch neue nachwachsende Blüten ersetzt werden.

Die Große Sternmiere soll übrigens ebenso wie ihre (Un)krautverwandtschaft, die Vogelmiere (Stellaria media) die ähnliche, aber  viel kleinere Blüten hat und  rundliche und nicht lanzettliche Blätter, hervoragend im Salat schmecken.  Ich habe es allerdings noch nicht probiert. Außerdem soll die Große Sternmiere Leibspeise der Raupen verschiedener Nachtfalter sein. Auch das kann ich mangels Augenschein nur glauben. Bisher ist die Große Sternmiere, da sie abgesehen von ihrem Grabenseitenwechel sehr standorttreu ist, im Sumpfdotterblume (Caltha palustris)Sumpfdotterblume (Caltha palustris)Garten nicht lästig geworden. Gartenbesitzer sollen also nicht von der Vogelmiere, die sicher jeder schon einmal verärgert  herausgerissen hat, auf ihre größere Verwandtschaft schließen.

Nicht nur die Große Sternmiere kann man gelegentlich in den heimischen Gefilden finden, auch die Sumpfdotterblume (Caltrha palustris) ist an feuchten Stellen, insbesondere wenn die Flächen unter Schutz stehen, noch zu sehen. Wegen ihrer schönen dottergelben Blüten wird es kaum einen Garten mit Teich oder Gewässer geben, wo sie nicht gepflanzt wurde. Die Bezeichnung Butterblume wird im deutschen Sprachgebrauch für viele gelbe Hahnenfußgewächse  verwendet;  für mich die Sumpfdotterblume die wahre Butterblume mit ihrem speckig glänzenden Dottergelb. Die Pflanze ist sehr langglebig und eine der unkompliziertesten Stauden im Garten, wenn ihre Wurzeln nur genügend Feuchtigkeit erhalten.  Ich hatte ursprünglich zwei oder drei Exemplare, jetzt nach vielen Jahren sät sie sich auch etwas aus. Ich muss gestehen, hätte ich die Sämlinge gepflanzt, die von mir ausgesuchten Standorte wären wahrscheinlich weniger passend gewesen und hätten sich hinsichtlich der Optik damit nicht messen können. Übrigens hat sich bei mir auch ein halbgefüllter Sämling eingestellt. (Gefüllte und weiße Sorten kann man auch kaufen.) Ich finde die ungefüllten Blüten schöner, aber immerhin ist zeigt sich daran eine nette Laune der Natur.

Draußen häufiger zu finden als Sternmiere und Sumpfdotterblume  ist  wohl die dritte Pflanze, die ich gerne auch im Garten sehe, das Wiesenschaumkraut  (Cardamine pratensis). Es mischt sich nach Belieben in die Beete oder in den Rasenteil, der jetzt noch wegen der Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) ragt aus den Krokus- und Grasblättern herausWiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) ragt aus den Krokus- und Grasblättern herausBlätter der verblühten Krokusse und Blausternchen sowie dem Blattwerk der Herbstrzetilosen nicht gemäht wird. Das Wiesenschaumkraut blüht bei mir jetzt gerade auf und ich finde, dass die zartviolette Farbe dieses  anspruchslosen Kreuzblütlers überall hinpasst. Wer will, kann Blüten oder Blätter auch in den Salat nehmen. Das Wiesenschaumkraut hat einen kresseartigen, leicht scharfen Geschmack. Ähnlich schmeckt sein wesentlich kleinerer Unkraut -Verwandter,  das Behaarte Schaumkraut  (Cardamine hirsuta), das eifrige Unkrautjähter zur Verzwefilung bringen kann, weil es wirklich überall zu finden ist.  Das Wiesenschaumkraut verhält sich bei mir zumindest sehr gesittet. Ja umgekehrt, obwohl es als mehrjährige Staude gilt, die man aber außerhalb der Blütezeit kaum bemerkt, hatte ich ziemliche Probleme, es durch Einpflanzen anzusiedeln.

Perspektive des Grabens mit Sumpfdotterblumen im April. Im Vordergrund links Blätter der Etagenprimel und dahinter des Übersehenen Knabenkrauts sowie 
die Schwertliplienblätter der Iris ensata. Perspektive des Grabens mit Sumpfdotterblumen im April. Im Vordergrund links Blätter der Etagenprimel und dahinter des Übersehenen Knabenkrauts sowie die Schwertliplienblätter der Iris ensata. Warum ich gerade diese Frühlingsblüher aus der Natur sehr mag?  Vermutlich liegt das an frühkindlichen Erinnerungen. Bei ersten Ausflügen von uns Kindern  in die Umgebung habe ich mit diesen Blüten  die Schönheit der Natur zu empfinden gelernt.   Und ich erinnere mich daran, dass wir als Kinder auf der mit Wiesenschaumkrautblüten bedeckten Wiese die Ostereier in die Luft geworfen haben.

 


 

 

Blausterchen von oben betrachtet, die Blütenblätter sind ausgebreitet, daneben noch die restliche Traube mit den KonspenBlausterchen von oben betrachtet, die Blütenblätter sind ausgebreitet, daneben noch die restliche Traube mit den KonspenBlausternchen: Zwerg mit Hang zu großer Geltung

Es ist ziemlich lange her, dass ich an einem Frühlingstag im Berggarten in Hannover- Herrenhausen, der gerade um diese Jahreszeit sehr sehenswert ist,  von weitem eine große blau schimmernde Wiesenfläche unter einen rieisigen Baum sah,  die mich völlig faszinierte. Bei weiterer Annäherung erkannte ich, dass die Wiese  so schön blau leuchtete, weil darin eine Unzahl von Zweiblättigren Blausternchen (Scilla bifolia) blühte. Ich schäme mich überhaupt nicht,  dass ich später versucht habe, diesen Frühlingsblütenteppich zu kopieren. Als mein Nussbaum eine akzeptable Größe erreicht hatte, habe ich  Scilla bifolia Zwiebelchen in die Wiese in seinem Wurzelbereich gelegt. In Erwartung der Nur 1 qm groß und sehr lückig ist mein Blausternchenteppich Nur 1 qm groß und sehr lückig ist mein Blausternchenteppich Vermehrungsfreude des Blausternchens  und des Fleißes der Ameisen, die die Samen munter verteilen sollten, ging ich davon aus, bald stolz  auf einen großen blauen Blütenteppich sein zu können. Das war eine Fehlspekulation. Bis heute nach etwa sieben oder acht Jahren habe ich es gerade auf eine Fläche von knapp einem Quadratmeter geschafft mit vielen Asustrahlungen auch ins Beet, wo die kleinen Pflanzen aber gar nicht stören.

Weil ich nicht mehrere Generationen mit meinem Blog zu diesem Thema warten kann, habe ich mich entschlossen, trotzdem darüber zu berichten. Das Zweiblättirge Blausternchen ist  eine  zumindest in Süddeutschland heimische, eigentlich mediterrane Pflanze, die relativ selten ist. Ich selbst habe sie  nur ein paar Mal in der Natur in Österreich gesehen. In den Scilla sibirica mit hängenden Blüten an mehreren BlütenstielenScilla sibirica mit hängenden Blüten an mehreren BlütenstielenAuwäldern der nördlichen Oberrheinebene soll es aber laut Wikipedia auch natürliche Blausternteppiche geben. Dabei ist das Blausternchen ein wahrer Zwerg unter den Zwiebelpflanzen. Die unscheinbaren beiden Blätter des Blausterchens werden etwa 8 cm lang und die 1,2 cm großen Blüten erscheinen an nur einem einzigen Stiel in Dolden mit bis zu 12 Knospen. Das Besondere ist, dass diese Knospen sich beim Aufblühen  fast in einer Ebene ausrichten und die lichtblauen Blütenblätter sich bei der nach oben zeigenden Blüte waagrecht ausrichten. So kann eine in der Sonne flirrende fast zusammenhängende blaue Fläche entstehen, wobei die Blüten, was bei unseren Verhältnissen  besonders wichtig ist, sich auch bei wolkigem Himmerl nicht schließen. Kein Wunder, dass so bei massenhaftem Auftreten der Pflanze  ein einheitlicher Farbteppich ensteht.

Blütenteppich mit sibirischen Blausternchen in der Essener GrugaBlütenteppich mit sibirischen Blausternchen in der Essener GrugaIn Gärten häufiger zu finden als Scilla bifolia ist der Sibirische Blaustern (Scilla sibirica). Er ist etwas größer und hat mehrere Blütenstiele, die aber jeweils nur wenige Blüten tragen. Er blüht etwas später als Sc. bifolia in einem dunkleren Blau und seine Blütenblätter breitet er nicht waagrecht aus, sondern sie hängen meist nach unten. Auch  Sc. sibirica kann  schöne Blütenteppiche im Rasen bilden, aber ich finde die von Sc. bifolia unübertroffen.  In der Essener Gruga gibt es eine solche Fläche  mit Sc. sibirica;  in der Nähe des Zaubernusshains kann man sie zurzeit nicht übersehen.

Neben diesen beiden Scilla- Arten gibt es ähnliche Scilla Arten und Sorten, beide z.B. auch in weiß, auch in meinem Garten.  Leider habe ich Probleme, manche genau zu bestimmen. Vielleicht kann mir jemand anhand des Fotos helfen.

Ich bitte um Hilfe! Keine Scilla, da die Blütenblätter an Blütenboden verwachsen sind. Erinnert mich an Puschkinien, die aber weiß mit blauem Mittelstreifen blühen.Ich bitte um Hilfe! Keine Scilla, da die Blütenblätter an Blütenboden verwachsen sind. Erinnert mich an Puschkinien, die aber weiß mit blauem Mittelstreifen blühen.Übrigens vergeht das Laub der Scilla bifolia sehr schnell, schneller als z.B. das der Krokusse. Denn als Bewohner lichter Laubwälder nimmt ihr bald die Konkurrenz am Boden und an den Bäumen das Licht weg. Deswegen muss das Blausternchen seine Zwiebeln ganz schnell für die näcshte Saison  aufladen, Samen bilden und kann  dann die Blätter vergilben lassen.   Auch leidenschaftlichen Rasenliebhabern kann man daher zu dieser Pflanze raten, denn sie brauchen ihre Mählust nicht allzu lange zu zügeln. Überzeugt?  Dann machen Sie es besser als ich und sparen Sie nicht an Zwiebelchen. 100 Stück sind für unter 20 Euro zu haben. Und anders als bei den meisten Stauden muss man sich nur einmal bücken, beim Pflanzen der Zwiebeln.  Naja, vielleicht auch noch einmal beim Fotografieren. Denn schön sind auch die Einzelblüten.  

Bezugsquellen: Nahezu überall, wo es Blumenzwiebeln gibt.

Literatur: Elisabeth Schmid, Gartenwürdige Scilla Arten, Garten Praxis 9/1991 S. 26-29; https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/blaustern

Nachtrag: Vo einem Leser wurde ich darauf hingewiesen, dass es natürliche himmelblaue Blütenteppiche mit Scilla bifolia auch südlich von Bonn im Ennert (Siebengebirge) gibt. Das Besondere: Die Pflanze erreicht dort ihre nördliche Verbreitungsgrenze:  https://www.natur-erleben-nrw.de/natura-2000/regionen-und-gebiete-in-nrw/details/siebengebirge-teilgebiet-ennert/. Also nix wie hin.

 
 


 

 Irrungen und Wirrungen eines Hobbygärtners

 

Frisch im Topf gekauftes türkisiches Schneeglöckchen (Galanthus elwesii subsp. elwesii) mit durchgehender grüner ZeichnungFrisch im Topf gekauftes türkisiches Schneeglöckchen (Galanthus elwesii subsp. elwesii) mit durchgehender grüner ZeichnungDie Zucht neue Sorten ist Profisache. Jedenfalls habe ich es noch nie versucht, durch gezielte Kreuzung verschiedener Pflanzen eine neue Sorte zu züchten. Manche Sorten ergeben sich aber auch durch Auslese von auf natürlichem Weg entstandenen Kreuzungen oder Mutationen. Im letzten Jahr fand ich unter den Schneeglöckchen der Art Galanthus elwesii (Türkisches  S.) in meinem Garten eines, das von den direkt benachbarten abwich. Während die anderen nur eine grüne Zeichnung am unteren Rand der inneren Blütenblätter aufwiesen, war bei diesem die Zeichnung bis  oben zum Fruchtknoten hin durchgezogen, was ein wenig an einem kleinen Menschen erinnerte. Ich habe im letzten Jahr darüber berichtet. Das Foto vom letzten Jahr mit beiden unterschiedlichen Formen habe ich noch einmal auf der Startseite der Website wiedergegeben.  Vielleicht  weil ich damals kurz vorher die Schneeglöckchentage in Knechtsteden besucht hatte, wo eine unglaubliche Fülle an Schneeglöckchensorten ausgestellt werden, dachte ich sofort, ich könnte eine neue Sorte gefunden haben und habe ihr - wenn auch nicht ganz ernsthaft - einen Namen gegeben.  Zwar war mir klar, dass sie sicher keine Sortenkarriere machen könnte, denn dafür war die Abweichung vom scheinbar Normalen zu gering. Aber immerhin.

G. elewsii subsp. monosticus mit schmalem Mal nur untenG. elewsii subsp. monosticus mit schmalem Mal nur unten Vor wenigen Tagen  sah ich im Gartenmarkt eine Auslage mit vielen getopften G. elwesii. Schon das Schneeglöckchen  im ersten Topf, den ich in die Hand nahm, zeigte mir: Das ist doch in der Zeichnung ähnlich zu dem kleinen Menschen wie  bei meiner neuen "Sorte". Das konnte kein Zufall sein. Ich muss gestehen, etwas mehr Recherche  hätte mich vor meinem Irtum, etwas  Neues gefunden zu haben,  bewahrt. In meinem Buchbestand befindet sich das kleine Buch "Schneeglöckchen - Zauber in Weiß " von Günther Waldorf. Darin wird beschrieben, dass es zwei Unterarten  von   Galanthus elwesii gebe, eine mit Zeichnung nur am unteren Ende der inneren Blütenblätter, G. elwesii var. monosticus, die andere mit zwei Zeichungen unten und oben oder auch durchgehend.  Letztere Unterart G. elwesii var. elwesii stellt also meine "Sorte" dar und verwirrend ist nur, dass beide Unterarten offenkundig in den Blumenzwiebelpackungen, die verkauft werden, vermischt sind. Möglicherweise ist der Übergang zwischen den beiden Unterarten aber auch fließend. denn im meinem Bestand habe ich nicht weit von einander  Pflanzen gefunden, die nur einen dünnen, schmalen Haken als Zeichnung aufweisen, bei anderen schwillt er zu einem schönen dicken Herzen an und es zeigen sich außerdem zwei schwache grüne Flecken oben oder die Zeichnung ist durchgehend, aber nicht bis zum Fruchtknoten, oder er endet erst dort.  Erst jetzt hat sich mir also (vielleicht?) die ganze Vielfalt dieser Schneeglöckchenart erschlossen.

Nach diesem frustrierenden Erkenntnisgewinn, dass die Sortenfindung ein Fehlschlag war,  habe ich  lieber zwei "echte" Sorten im Versand "in the green", also als grüne Pflanze, gekauft: Galanthus plicatus 'Wendys Gold' mit gelber Zeichnung am Fruchtknoten und auf den inneren Blütenblättern, und Galanthus 'Mrs. Thompson' mit zurzeit vier dicken äußeren Blütenblättern, die sich bei älteren Pflanzen noch auf sechs vermehren sollen, und halber Füllung innen. Mut hat mir gemacht, dass sich die Sorte G. plicatus 'Trympostor' vom letzten Jahr gut bestockt hat und jetzt schon zwei Blütenstiele zeigt.  (Foto in der Kleinen Schneeglöckchenparade im Menüpunkt Fotogalerie)

Im Garten gefundenes Schneeglöckchen Galanthus nivalis (leider schon etwas ramponiert) mit gelber Zeichnung an den inneren Blütenblättern und gelbem Fruchtknoten (wirklich, das Foto täuscht) Im Garten gefundenes Schneeglöckchen Galanthus nivalis (leider schon etwas ramponiert) mit gelber Zeichnung an den inneren Blütenblättern und gelbem Fruchtknoten (wirklich, das Foto täuscht) Trotz der Enttäuschung fällt es mir schwer, mich im Garten nicht nach Besonderheiten umzusehen. Fürs Erkennen der Abweichungen  von der Regel braucht es gute Augen, die ich nicht habe. Erfreulicherweise sieht es in der Familie  damit im wahrsten Sinne des Wortes  besser aus. Tatsächlich gab es jetzt wieder einen Fund -  mitten in einem Meer von Schneeglöckchen ein an Fruchtknoten und Mal gelbes Galanthus nivalis, ähnlich der von mir gekauften Sorte 'Wendys Gold', welche aber zur Art G. plicatus zählt.  Natürlich wurde der Fund ausgelesen und gesondert eingepflanzt. Eine Sortenbenennung habe ich  nach dieser Erfahrung aber nicht vor. Vielleicht ist das Schneeglöckchchen nur gelb im Abblühen und welche Farbe wird die Zeichnung im nächsten Jahr haben?  Und welche ähnlichen oder gleichen Sorten gibt es schon. Also  abwarten. Leider ist es also sehr, sehr unwahrscheinlich, dass ich durch eine Sortenbenennung in die Annalen der Gartengeschichte eingehe.

Der Name der englischen Gartenlady Ellen Willmott (1858 -1934)  bzw. der ihres Gartens Warley Place ist hingegen mit ca. 50  Pflanzenarten oder -sorten verbunden ist, z. B. auch der Schneeglöckchensorte 'Miss Willmott' https://swiss-drops.ch/en/gallery.html. Die  berühmteste aller nach ihr benannten Sorten ist jedoch 'Miss Willmotts Ghost', eine Sorte der  Elfenbeindistel (Eryngium giganteum).  Und zwar wegen der Geschichte, dass die  Namensgeberin  bei Besuchen fremder Gärten unbemerkt hier und da einige Samenkörner dieser Staude aus ihrer Rocktasche fallen zu lassen pflegte und vielleicht macht sie es als Geist immer noch.  Wenn die Sämlinge später aufgingen  (sie keinem nämlich sehr gut), sollten die  Gartenbesitzer an den Besuch von Miss Willmott erinnert werden.

Elfenbeindistel (Eryngium giganteum 'Miss Willmotts Ghost' mit Phlox paniculatum 'Blue Paradise'Elfenbeindistel (Eryngium giganteum 'Miss Willmotts Ghost' mit Phlox paniculatum 'Blue Paradise'Das habe ichin meinem Blog "Wo der Geist der englischen Gartenlady umgeht"  auch wiedergegeben.  http://rolandsstaudengarten.de/garten-blog-2018/#Distel. Aber, auch das war ein Irrtum von mir.  Dank eines Hinweises von Thorsten Willmann vom Arboretum Härle  in Bonn (das man unbedingt besuchen muss http://www.arboretum-haerle.de/ ) bekam ich Zugang zu einer Kurzbiografie von Ellen Willmott  in "The Plantsman", March 2018,p. 58. Der Autor Charles-Quest-Ritson versichert, dass die Geschichte  falsch sei. Denn die sehr "reiche,  energische, großzügige, leidenschaftliche und kundige" Gartenlady war mit allen damaligen Koryphäen bestens vernetzt und hatte derartiges nicht nötig. Dass ich auch in diesem Punkt irrtümlich etwas Falsches geschrieben habe, finde ich allerdings eher schade, denn die Story beweist ja die Gartenleidenschaft von Ellen Willmott. Und wahrscheinlich würde sie es im Nachhinein auch gut finden, wenn die Geshichte wahr wäre. Man müsste mal ihren Geist befragen.

Literatur zu neuen Schneeglöckchensorten:

Hagen Engelmann, Wenn Weiß-Grün und Weiß-Gelb nicht mehr reichen, Gartenpraxis 12-2019,   S. 13 ff; sh. auch seine Website http://www.garten-in-den-wiesen.de/startseite.html


Bezugsquellen von Schneeglöckchensorten: 

https://www.staudenfan.de/  https://www.michaelcamphausen.de/

 

 



 

 

Staudenblattwerk im schneelosen WinterEfeublättriges Alpenveilchen: Die unterschiedliche Zonierung der Blätter an zwei verschiedenen Pflanzen ist gut zu erkennen: links ist die Zonierung innen hell und rechts innen dunkel.Efeublättriges Alpenveilchen: Die unterschiedliche Zonierung der Blätter an zwei verschiedenen Pflanzen ist gut zu erkennen: links ist die Zonierung innen hell und rechts innen dunkel.

2020-01-12

Gärten im Winter: Der Standard von Kalenderblättern und Büchern sind immer  Bildsituationen, bei denen Schnee oder Rauhreif die Gartenpartie "verzaubern".  Das Weiß  des Schnees und die im Licht funkelnden Eiskristalle verbinden die verschiedenen Pflanzen, Sträucher udn Bäume zu einem  malerischen Bildganzen. Kein Zweifel, das  sind unglaublich schöne Gartenbilder   von durch Frost und Schnee wunderbar verwandelter Pflanzen.

Leider gibt es diese Traumbilder unseres winterlichen Gartens (vgl. dazu im Archiv aus Blog Auffälllig im Winter: Italiensicher AronstabAuffälllig im Winter: Italiensicher Aronstab2016:   http://rolandsstaudengarten.de/data/documents/Genau-besehen_Winterliche-Blatttexturen.pdf nicht zuletzt wegen des Klimawandels  nur noch an wenigen Tagen des Winters Ist der Garten an den übrigen Tagen im Winter also langweilig? Denn die Stauden sind von der Erdoberfläche verschwunden und zeigen sich erst wieder im Frühjahr mit neuem Grün. In vielen Gärte versucht man das durch immergrüne Gehölze auszusgleichen. Ich selbst gehe damit, insbesondere mit großblättrigen Gehölzen eher sparsam um, weil durch die Dominanz der immer gleich aussehenden Gehölze  der Unterschied der Jahreszeiten verwischt wird.

Deswegen haben ich mich einmal gezielt im Garten umgesehen und tatsächlich, es gibt sie, Stauden  im Winter mit schönem, sehenswerten Blattwerk. Dazu einige Beispiele aus Massenware, aber aufhellend im dunklen Winter: Weißfilziges GreiskrautMassenware, aber aufhellend im dunklen Winter: Weißfilziges Greiskrautmeinem Garten.

Nicht ausreichend hochgelobt werden können von mir die Alpenveilchen, deren verschiedene Arten gerade jetzt im Winter durch das schöne Blattwerk auffallen. Allen voran steht das völlig frostharte Efeublättrige Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium), das im August und September geblüht hat, dann erst haben sich die Blätter völlig entfaltet, um im Frühjahr wieder zu vergehen. Jede einzelne Pflanze des Alpenveilchens zeigt eine andere bizarre farbliche Zonierung der Blätter (vgl. aus Blog 2017 im Archiv: rolandsstaudengarten.de/data/documents/Alpenveilchen-fuer.pdf ). Jetzt im Winter kann man das genau studieren und die hellgrünen  und dunkelgrünen farblichen Abstufungen der Blätter vergleichen.

Filgirane Aderung der ElfenblumeFilgirane Aderung der ElfenblumeErst in diesem Winter richtig aufgefallen ist mir der Schatten liebende italienische Aronstab (Arum italicum maculatum), der laut Literatur ein wenig braucht, um sich voll zu entwickeln ( https://shop.sarastro-stauden.com/products/getProduct/36/italicum-ssp-marmoratum).  Seine Blattzeichung ist mindesten so ausdrucksvoll wie die der Alpenveilchen. Da es von ihm eine Reihe von unterschiedlich gezeichneten Sorten gibt, werde ich vielleicht noch eine andere Sorte dazu pflanzen. 

Manche sehr passionierte Gärtner*innen mögen bei dem nächsten Beispiel die Nase rümpfen. Dennoch kann ich eine Massenware aus der Herbstkollektion der Gartencenter nur empfehlen: das Silberblatt oder Weißfilziges Greiskraut (Senecio cineraria). Gerade an trüben Tagen tritt das Leuchten seiner silbrig-grauen Blätter  vor dunkler Erde oder Falllaub Blaugrünes NelkenpolsterBlaugrünes Nelkenpolsterhervor. Es ist winterhart,  hält sich mehrere Jahre und muss nur zurückgeschnitten werden, wenn sich die wenig ansehnlichen gelben Blüten zeigen. Es steht bei mir im Wurzelbereich eiens flachwurzendeln Baumes, wo es im Sommer zienmlich trocken ist.

Nicht bemerkt hatte ich bisher, dass bei verschiedenen wintergrünen Elfenblumenarten sich die eher etwas langweiligen Blätter jetzt  leicht orange oder rot  verfärben bzw. sich eine  Verfärbung der Blattadern zeigt.  Hier im Bild der Klassiker  Epimedium x perralchicum 'Frohnleiten'.  Das macht sich gut und ist ein weiterer Grund diese unkomplizierten Schattenstauden zu pflanzen. Denn die einzige Mühe, die man mit ihnen hat, ist das Zurückschneiden dieser Blätter im März, damit das schöne helle neue Grün und die Blüten gut sichtbar austreiben können (vgl.  im Archiv  Blog 2017/04 zu Elfenblumen).

Im Steingarten und an der Trockenmauer sind jetzt die silbrigen oder bläulichen Polster Steinbrechrosetten mit wegelmäßiger BlattanordnungSteinbrechrosetten mit wegelmäßiger Blattanordnungverschiedener Nelkenarten am auffälligsten, deren sternförmige Triebspitzen im Polster wie vernetzt wirken.  Ebenso sticht das Filzige Hornkraut mit weiß-grauen Blättern hervor, während die starren Steinbreche, im Foto Jovibarba heuffelii, in der Regelmäßigkeit der Geometrie ihre ästhetischen Vorzüge haben. 

Manche zweijährige Pflanzen bilden im ersten Jahr flache Rosetten aus, die in ihrer Regelmäßigkeit zurzeit hervorstechen. Dazu zählen bei mir vor allem verschiedene Fingerhutarten, wobei die Rosetten des bekannten heimischen Roten Fingerhuts (Digitalis purpurea) allerdings ein wenig unordentlich aussehen. Ähnliches gilt sicher für die verschiedenen Arten der Königskerzen.

Die Liste lässt sich um viele insbesondere kleinblättrige Arten, oft aus dem Mittelmeerraum So kennt man den Fingehut nicht: Winterrosette eines südlichen Fingerhuts (die genaue Art kann ich erst zum Blühtermin bestimmen, da das Etikett weg ist)So kennt man den Fingehut nicht: Winterrosette eines südlichen Fingerhuts (die genaue Art kann ich erst zum Blühtermin bestimmen, da das Etikett weg ist)stammend oder aus dem alpinen Raum, erweitern: Lavendel, Salbei,  Schleifenblume, verschiedene Glockenblumen, Storchschnabelarten, Wulfenia, Heuchera-Sorten und natürlich alle NIeswurzarten, insbesondere die mächtige sog. Stinkende (was sie nicht der kaum tut) Nieswruz (Helleborus foetidus), deren Blütenglöckchen jetzt schon leicht geöffnet sind.

Es muss also nicht langweilig sein im schneelosen winterlichen Staudengarten, wenn man sich aufs Detail konzentriert. Da das Blattwerk bei den meisten Stauden sich in dieser Zeit aber nur wenig über den Boden erhebt, darf man jetzt von den Stauden allein in der Regel keine durchkomponierten Gartenbilder erwarten, denn dafür fehlt die dritte Dimension.

 

 


 

 

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